Mexiko City bis Oaxaca

In Mexiko starteten wir ein ganz neues Kapitel auf unserer Reise! Es erwartete uns eine völlig andere Mentalität, eine Sprache die wir kaum sprechen und die Tatsache, dass Mexiko nicht als sicherstes Reiseland gilt – dementsprechend gespannt waren wir!

Nachdem wir gut und ohne Schwierigkeiten in Mexiko City angekommen waren, überraschte uns die ca. 20 Millionen-Stadt (man hört unterschiedliche Zahlen) mit einer angenehmen Atmosphäre! Fussgängerzonen, Cafes und Restaurants, schöne Gebäude, Aussichtsturm, Parks, Märkte und natürlich alle möglichen Strassenkünstler. Unsere ersten Tacos, aufgrund unserer schlechten Spanischkenntnisse gefüllt mit irgendwelchen Innereien, waren leider nicht überwältigend. Und wieder hatten wir einen Grund gefunden, uns noch eine Nutella-Crèpe zum Dessert zu leisten :-)!

Auf einem spannenden, vom Hostel organisierten Tagesausflug besichtigten wir Ruinen der Ureinwohner, die Basilica der Guadelupe, degustierten Tequilla und besuchten die Teotihuacan Pyramiden. Besonders beeindruckt hat uns, dass die Spanier aus den Steinen der zerstörten Pyramiden gleich die neue Kirche erbaut hatten. Sehr ökonomisch… 😉

Nachden wir uns mit neuen Pedalen, Reinbenzin und Landkarten eingedeckt hatten, waren wir bereit für die Weiterreise. Mit Metro und Bus wollten wir ins 180km entfernte Taxco fahren, um uns das Veloabenteuer Mexiko City zu ersparen. Leider sind am Wochenende (es war Samstag) in der Metro keine Velos erlaubt und so durften wir trotzdem 10km durch die Stadt zum Busbahnhof kurven! Die anschliessende Busfahrt war eine Hochsicherheits-Angelegenheit. Alles wurde gescannt, einsteigen musste man mit Pass und Fahrkarte und zum guten Schluss wurden alle Passagiere gefilmt – sehr speziell ;-)!

Taxco ist eine schöne, alte, am Hang gelegene Silberstadt mit engen Gassen und vielen VW-Chäfer-Taxis!

Am folgenden Tag setzten wir uns nach 7 Wochen Pause das erste Mal wieder aufs Tandem! Wir genossen die Abfahrt und amüsierten uns darüber, dass wir trotz Verbot die gebührenpflichtigen Strassen benutzen durften, solange wir das Tandem bei den Zahlstellen an den Schwellen vorbeimanövrierten – sonst stimmt abends die Kasse nicht ;-)!
Leider stieg die Strasse bald langsam und kontinuierlich an, der Verkehr nahm zu und Cuernavaca (unser Zielort) zog sich in die Länge! Zudem brannte die Sonne und auch der obligate erste Platten durfte natürlich nicht fehlen (zum ersten Mal ein Draht von aussen ;-)). Als wir dann um 7 Uhr beim Hostel ankamen waren wir so geschafft, dass wir am nächsten Tag gleich einen Ruhetag einzogen!

Unsere Route führte uns weiter durch einige Kleinstädte bis nach Puebla. Jeden Abend steuerten wir den „Zocalo – Hauptplatz“ an, um uns nach einer günstigen Unterkunft zu erkundigen. Auf dem Zocalo finden sich zudem alle zusammen: Schuhputzer, Verliebte, Strassenverkäufer, Bettler, Touris, Musikanten und viele mehr! Umgeben ist der Platz meist von Restaurants und Cafés!

Im Puebla, einer aufgeräumten, schönen Stadt verbrachten wir einen weiteren Ruhetag bevor wir uns vom Hochland verabschiedeten!
Zwei, für uns lange und strenge Velotage, brachten uns in die immer grüneren und ruhigeren Gegenden von Oaxaca! Die Strasse war ungewöhnlich unbefahren, führte uns an vielen Kakteen und Obstplantagen vorbei über diesen und jenen Hügel! Immer wieder zeugten die teilweise erst provisorisch geräumten Strassen von Erdrütschen , die der massive Regen der letzten Monate verursachte!

Bis zur Stadt Oaxaca wären es nun noch ca. 100km und 2000 Höhenmeter gewesen. Irgendwie war uns das zu anstrengend und wir entschieden uns doch lieber das Bussystem zu testen. Bei ersten Anlauf, mit Hilfe unseres Hotelbesitzers, schien es in den 14-Platz-Bussen für unser Tandem keinen Platz zu haben! Etwas frustriert setzten wir uns fürs Frühstück in ein Café und versuchten es anschliessend mit bepacktem Tandem und schlechtem Spanisch nochmals! Und siehe da, plötzlich sassen wir mitsamt unserem Tandem im Bus nach Oaxaca :-)!

Oaxaca ist eine weitere schöne Stadt mit vielen schönen Kolonialgebäuden, den Ruinen von Monte Alban und vielen Touristen! Und immer wieder ist die Welt doch klein! Abend auf dem Zocalo begegneten wir per Zufall einer Studienkollegin von mir (Monika).

Mexiko löst immer mal wieder Gefühlsschwankungen aus! Wir geniessen die Lebendigkeit, die immer schöner werdende Landschaft mit vielen fremden Pflanzen, verfluchen teilweise die Strassen und die Berge (ich bin einfach kein Bergfloh) und sind erstaunt über die zurückhaltende Art der Mexikaner! Bei den Strassenverkäufern ist das sehr angenehm, ansonsten ist es schwierig in Kontakt zu kommen! Ab und zu ein Winken aus dem Auto oder ein Kichern der Frauen an den Marktständen, ansonsten ist das Interesse sehr gering. Um so mehr freuen wir uns über die wenigen, spontanen Bekanntschaften!

Was uns besonders aufgefallen ist:
– Wir haben den Sommer wieder!
– Schuhläden, Schuhläden, Schuhläden…
– … und auch die Mode kommt nicht zu kurz!
– Das mexikanische Essen schmeckt nur in den Touri-Restaurants wie bei uns im ‚Mojito‘ ;-)!
– Unser Spanisch ist saumies!
– Mexiko ist ziemlich hügelig!!
– Übernachten im Hostel, Essen im Restaurant – wir haben plötzlich viel mehr Zeit ;-)!
– Macht es wirklich Sinn, so viel Geld für die extrem vielen und enorm prunkvollen Kirchen auszugeben??

2 Gedanken zu „Mexiko City bis Oaxaca

  1. hallo ihr zwei!
    heute mal n bisschen auf eurer seite rumgekuckt. war ganz witzig unser treffen in oaxaca. sind inzwischen am pazifik angekommen, war aber ne ganz huegelige angelegenheit bis dahin. hoffe ihr verliert den mut nicht 😉
    feliz viaje y saludos!
    kerstin

  2. Sali ihr beiden! Ihr seid richtig mutig, dass alles ohne einen Führer selbst zu erkunden! ich wünsche Euch weiterhin noch viele tolle Abenteuer! liebe grüße jörg

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