{"id":2323,"date":"2011-03-06T15:35:12","date_gmt":"2011-03-06T14:35:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schlatter.bosshart.li\/de\/?p=2323"},"modified":"2011-03-06T15:40:49","modified_gmt":"2011-03-06T14:40:49","slug":"uyuni-bis-buenos-aires","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schlatter.bosshart.li\/de\/2011\/03\/06\/uyuni-bis-buenos-aires\/","title":{"rendered":"Uyuni bis Buenos Aires"},"content":{"rendered":"<p>Bevor wir die 7-st\u00fcndige Grenz\u00fcberquerung nach Argentinien in Angriff nahmen, besichtigten wir in Uyuni den Eisenbahnfriedhof. Alle Jeep-Touren fahren dort vorbei und so waren wir die einzigen Touris welche dorthin spazierten. Der Weg war auch dementsprechend idyllisch. Wir gingen entlang der Geleise, mit teilweise beissendem Gestank vom Abfall. Strassenhunde die darin ganze Beine von Tieren fanden und die Funde anschliessend vor anderen Hunden verteidigten. Der Eisenbahnfriedhof war ganz ok, ein bisschen wie eine grosse Altmetallsammlung. Als eingefleischter Eisenb\u00e4hnler h\u00e4tte man bestimmt mehr Freude gehabt. Auf dem R\u00fcckweg gingen wir auf anderem Weg noch an der Plastik-, Papier, Kartonsammlung vorbei. \ud83d\ude09<br \/>\nAn unserem bunten Abend in Bolivien, haben wir im teuersten und bestem Restaurant in Uyuni 7 weitere Schweizer\/innen angetroffen. Drei gingen ebenfalls am selben Abend auf den Nachtzug zur Grenze. Wir haben uns das Luxusticket geleistet zum 3-fachen Preis! Die 16sFr. Aufpreis war es uns wert, dass wir die Sitzlehne nach hinten klappen konnten. 8 Stunden f\u00fcr 250km sind ja schon ziemlich lange. Nachdem uns die Fahrt ziemlich durchsch\u00fcttelte, waren wir jedoch froh, dass der Zug nicht schneller fuhr. Morgens um 7 Uhr angekommen, stand uns dann der bereits im letzten Artikel beschriebene, nervenaufreibende Grenz\u00fcbergang bevor.<\/p>\n<p>Jetzt waren wir in Argentinien! Hohe Erwartungen hatte es zu erf\u00fcllen. So wurde uns beispielsweise bereits in Zentralamerika erz\u00e4hlt, wie gutes Fleisch es hier g\u00e4be. Unterwegs haben wir auch anderes geh\u00f6rt und erlebt und so waren wir neugierig, wie es denn wirklich ist.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Zu Anfang viel uns keine grosse Ver\u00e4nderung zu Bolivien auf. Altiplano mit Gegenwind, vereinzelte Lehmh\u00fctten und D\u00f6rfer von denen man nichts erwarten durfte. Einzig die Felder waren wieder umz\u00e4unt und in den Str\u00e4uchern hingen nicht Unmengen von Abfall. Zu unseren Erwartungen geh\u00f6rte ebenfalls &#8222;die grosse Abfahrt&#8220; von 3780m auf 1100m und anschliessend noch auf 400m!!<\/p>\n<p>Tja, es kam anders. Mit letzter Kraft k\u00e4mpften wir uns gegen den Wind nach Abra Pampa. Es war noch nichts von Abfahrt zu sp\u00fcren. Am folgenden Tag gings nochmals 400m hoch und von da an sollte es runter gehen. Ging es auch &#8211; doch der lautstarke Gegenwind st\u00f6rte unsere Kommunikation, reduzierte die hangabtreibende Kraft mindestens auf Null und die Motivation war im Minus-Bereich. \ud83d\ude09 Die wundersch\u00f6ne Landschaft, hob das Fazit an, so dass es sehr positiv ausfiel. Wir fuhren durch ein Tal mit gr\u00fcnen, roten und gelben Felsen, ausgewaschenem Sandstein und farbigen Schichten als h\u00e4tte da jemand ein Sandwich aus den verschiedenen Gesteinen geschichtet.<br \/>\nDie Vegetation ver\u00e4nderte sich langsam. Aus den Grasb\u00fcscheln wurden B\u00fcsche, es gab wieder Kakteen und Felder mit saftigen Salaten. Sch\u00f6ne orange Karotten lagen am Strassenrand bereit wie eine Holzbeige f\u00fcr den Abtransport. Aus kleinen &#8222;Tiendas&#8220; wurden richtige Superm\u00e4rkte und die Unterk\u00fcnfte waren so einladend, dass wir gleich merkten &#8211; da m\u00fcssen wir nicht fragen gehen, sie werden nicht ins Budget passen! \ud83d\ude09<\/p>\n<p>Die letzte Strecke nach Salta war auf einer kleinen Strasse, welche sich leicht ansteigend durch W\u00e4lder schl\u00e4ngelte &#8211; wundersch\u00f6n! Schlussendlich erreichten wir das ersehnte Ziel: Salta. Es hielt was es versprach und gefiel uns so gut, dass wir wie immer auch l\u00e4nger blieben als geplant&#8230; \ud83d\ude09<\/p>\n<p>Weiter gings durch das Valle de Lerma mit ebenfalls sch\u00f6nen, leuchtend roten Felsen ins Weingebiet um Cafayate. Nach einem Ruhetag mit einigen Gl\u00e4sern Wein aus der Region gings weiter nach Tafi del Valle. Die Route f\u00fchrte \u00fcber den &#8222;Little Hell-Pass&#8220; welcher den Namen, unserer Meinung nach, bestimmt verdient. Es ging h\u00f6her als erwartet, Nebel, Regen und Wind dominierten, so dass wir von der Aussicht und dem angeblichen sch\u00f6nen, gr\u00fcnen Tal nicht viel berichten k\u00f6nnen. Trotzdem haben wir bemerkt, dass auf der anderen Seite des Passes vieles ganz anders war. Teure Villen, \u00fcberall eingez\u00e4unte Pferde und die bl\u00fchende Landschaft zeugte von h\u00f6heren Niederschlagsmengen.<br \/>\nDie Nacht blieb sehr nass. Wir schliefen im Zelt auf dem schlammigen Parkplatz eines Hostels. Neben uns waren zwei weitere P\u00e4rchen, welche mit dem Velo reisen. Wie immer nutzten wir die Gelegenheit, Erfahrungen auszutauschen. Obwohl es am n\u00e4chsten Morgen etwas freundlicher war, beschlossen wir den Bus zu nehmen, damit wir die ganze Strecke nach Cordoba schafften. Das holl\u00e4ndisch Velo-P\u00e4rchen \u00fcberredete uns dann, trotz der unsicheren Wetterlage den Rest noch unter die Tandem-R\u00e4der zu nehmen. Es hat sich gelohnt, obwohl wir nochmals so richtig verregnet wurden. Die kurvige Strasse f\u00fchrte durch ein Tal verwachsen mit sehr dichtem Wald und einem reissenden Fluss im Talboden zur 1600m tiefer liegenden Hauptstrasse 38.<br \/>\nDort war endg\u00fcltig Schluss mit Tandemfahren in S\u00fcdamerika. Uns blieb noch eine gute Woche bis unser Flug von Buenos Aires abhob. Ein Pickupfahrer nahm uns mit ins 50km entfernte Tucuman. Etwas erstaunt waren wir, als sein Beifahrer den Becher wieder auff\u00fcllte und Fernet Branca mit Cola mixte. Ansonsten machten sie einen freundlichen Eindruck ;-). Von Tucuman gings im Nachtbus nach Cordoba und einen Tag sp\u00e4ter, wieder mit dem Nachtbus, nach Buenos Aires.<br \/>\nDiese beiden gr\u00f6ssten St\u00e4dte Argentiniens wollten wir unbedingt noch sehen, da sie sch\u00f6ne Geb\u00e4ude, gute Empanadas , eine legendige Kulterszene und vieles mehr bieten. Unser Ranking: Cordoba und Buenos Aires k\u00f6nnen die Pl\u00e4tze 2 &amp; 3 unter sich aufteilen, die sch\u00f6nste argentinische Stadt bleibt f\u00fcr uns Salta! In Buenos Aires haben wir das N\u00f6tige f\u00fcr unsere Weiterreise organisiert und anschliessend die verschiedenen Viertel der Stadt besichtigt. Der Stadtteil &#8222;La Boca&#8220; mit seinen farbigen H\u00e4usern ist wirklich sehenswert. Die Scharen von Touris, welche mit Bussen hergeschart werden, erwecken jedoch den Eindruck, das Ganze sei etwas k\u00fcnstlich hergestellt &#8211; wie ein Freizeitpark. Zwei Blocks weiter siehts komplett anders aus und Touris wird empfohlen, sich aus Sicherheitsgr\u00fcnden dort nicht aufhalten. Naja, nicht wirklich unsere Welt! So richtig gem\u00fctlich war es vorallem in &#8222;Palermo viejo&#8220;. Da fanden wir etwas ruhigere Strassen, kleine Gesch\u00e4fte und unsere heiss geliebten Caf\u00e9s. So verliessen wir Argentinien schlussendlich mit teilweise nicht erf\u00fcllten Erwartungen wie gutem gebratenem Fleisch oder St\u00e4dten, welche sehr sch\u00f6n sein sollten. Andererseits haben wir sehr viel unerwartet Sch\u00f6nes gesehen und erlebt, so dass wir gerne wiederkommen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Was uns besonders aufgefallen ist:<\/p>\n<ul>\n<li>Es gibt an jeder Ecke eine &#8222;Panaderia&#8220; mit leckeren &#8222;Empanadas&#8220; und ganz viel &#8222;Dulce de Leche&#8220;! \ud83d\ude42<\/li>\n<li>Restaurants werben mit &#8222;wifi&#8220; um Kundschaft!<\/li>\n<li>Falls jemand um 19.00 Uhr Cracker zum scheinbar ungesunden Abendessen isst, wird man um 23.30 Uhr eines besseren belehrt, dann werden n\u00e4mlich die Kochl\u00f6ffel geschwungen! Willkommen im S\u00fcden!<\/li>\n<li>Trotz weiterhin vieler, kl\u00e4ffender Strassenhunde scheinen die Argentinier das Bed\u00fcrfnis nach &#8222;Haushunden&#8220; zu haben!<\/li>\n<li>Spanisch h\u00f6rt sich f\u00fcr uns pl\u00f6tzlich wieder total spanisch an! Aus jedem &#8222;ll&#8220; und &#8222;y&#8220; wird &#8222;sch&#8220;.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Nach 5 Monaten Zentral- und S\u00fcdamerika, in welchen wir unglaublich  sch\u00f6ne und abwechslungsreiche Landschaften bewunderten, spannende Bekanntschaften machten und das WC-Papier in den M\u00fclleimer warfen, wird es Zeit f\u00fcr einen kleinen Kulturschock ;-)!<br \/>\nGerade mal 22 Stunden im Flugzeug und schon sind wir in Kuala Lumpur, Malaysia angekommen&#8230; \ud83d\ude09<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bevor wir die 7-st\u00fcndige Grenz\u00fcberquerung nach Argentinien in Angriff nahmen, besichtigten wir in Uyuni den Eisenbahnfriedhof. Alle Jeep-Touren fahren dort vorbei und so waren wir die einzigen Touris welche dorthin spazierten. Der Weg war auch dementsprechend idyllisch. Wir gingen entlang &hellip; <a href=\"https:\/\/www.schlatter.bosshart.li\/de\/2011\/03\/06\/uyuni-bis-buenos-aires\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[90],"tags":[89,71],"class_list":["post-2323","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uyuni-buenos-aires","tag-argentinien","tag-bolivien"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.schlatter.bosshart.li\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2323","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.schlatter.bosshart.li\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.schlatter.bosshart.li\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schlatter.bosshart.li\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schlatter.bosshart.li\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2323"}],"version-history":[{"count":22,"href":"https:\/\/www.schlatter.bosshart.li\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2323\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2373,"href":"https:\/\/www.schlatter.bosshart.li\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2323\/revisions\/2373"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.schlatter.bosshart.li\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2323"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schlatter.bosshart.li\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2323"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schlatter.bosshart.li\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2323"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}